Sonntag, 4. Juni 2017

Was war. [Mai 2017] - Be awesome.

Wir waren am 1. Mai in den Niederlanden. Wie sehr muss ich mich selbst hassen, um da mitzumachen? Oder, wie ein anderer verzweifelter Mann im gerammelt vollen Einkaufscenter völlig korrekt feststellte: "Wer das hier erlebt hat, beschwert sich nie wieder über einen Samstag bei IKEA."

Dann war ich aufgrund des Insistierens meiner Tochter ("Wenn der nächste Sommertag ist, kommst Du aber mal mit ins Freibad, Du Lümmel!") zum ersten Mal seit 20 Jahren in einem Freibad und wusste sofort wieder, warum Freibäder für mich die Hölle sind.

Kennt ihr das? Ihr seht jemanden, der ein Kleidungsstück, Accessoire oder sonst etwas trägt oder mit sich führt und ihr wüsstet zu gerne, was das ist und wo er/sie das her hat. Ich hatte so eine Situation im örtlichen Supermarkt. An der Kasse vor mir eine Frau mit Schuhen, die Frau Tierlieb sehr gut zu Fuße gestanden hätten. Frau Tierlieb hätte sie einfach angesprochen, dass sie die Schuhe toll findet, wo sie die denn her habe und überhaupt, kennen wir uns nicht, ach wie schön, dass wir uns so wieder treffen und so weiter und so fort.
Ich frug mich, ob ich die Frau ansprechen sollte, weil die Schuhe wirklich schön waren. Einfach so, als ehrlich gemeintes Kompliment. Ohne Hintergedanken. Vielleicht hätte sie sich darüber gefreut. Vielleicht hätte sie auch gedacht, dass ich mir schon eine bessere Masche ausdenken müsse, wenn etwas von ihr wolle ("Lüstling!"). Lüstling ist im Übrigen ein viel zu selten verwendetes Wort. Möglicherweise hätte ich mich sogar auf linguistischer Ebene gefreut, wenn sie es mir ins Gesicht gespuckt hätte, wäre aber trotzdem ob meiner guten Absichten enttäuscht gewesen. Möglicherweise hätte sie aber auch ein ehrliches "Danke" erwidert. Ich hätte es zu gerne gewusst.
So schob ich stumm meinen Einkaufswagen hinter der Frau her und wünschte mir, mehr awesome zu sein.

Ich lese gerne Geschichten über Menschen wie Jörg Ilzhöfer, denn mir wird dann jedes mal aufs Neue bewusst: Gut ist der, der Gutes tut. (Frei nach dem großen Philosophen Forrest Gump) Manchmal kann das Leben so einfach erklärt werden. Manchmal ist es aber auch so kompliziert und voller wtf, dass man die kleinen Momente der Awesomeness genießen muss.
Und so genoss ich meinen Moment der Awesomeness des Monats: Samstags saßen wir beim Frühstück, alle waren ausgeschlafen, gechillt und gesund, keine anstehenden Termine, die Sonne schien durch die Bäume auf den Esstisch. Es war der perfekte Moment, den ich so gerne länger festgehalten hätte, da er mich für einen Augenblick mit Glück geflutet hat.

Ansonsten gab es im Mai nicht viel Glück. Um genau zu sein, war ich im Mai aus Gründen sogar ziemlich traurig.



Wenn mir sonst noch etwas einfallen würde, wäre jetzt an dieser Stelle irgendwas. Aber so glotze ich nur blöd in die Gegend. Für euch und mich unangenehm.

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